Annette 1963

München
Melchnau
Langenthal
Winterthur
Toulouse
Winterthur
Vevey
Berlin
Zürich
Basel
Pittsburgh
Basel
Zürich
Küchenhilfe
Serviceangestellte
Käseverkäuferin
Putzhilfe
Fotografin
Buchhaltungsaushilfe
Sekretärin
Kassierin
Akkordarbeiterin Glühlampenfabrik
Schuhladenaushilfe
Hausdamenassistentin im Fünfsternehotel
Tutorin
Freie Journalistin
Wissenschaftliche Assistentin
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Gymnasiallehrerin
PR-Redaktorin
Philosophiedozentin
Übersetzerin
Freie Redaktorin
Akademische Mitarbeiterin

FEBRUAR 1967: Ich fahre mit dem zum Geburtstag geschenkten grünen Velo durch den Hausgang und falle am hinteren Ende die Treppe hinunter.

MAI 1970: Ich muss als Linkshänderin in der Schule mit der rechten Hand schreiben lernen. Für die unbeholfenen krummen Striche erhalte ich eine schlechte Note.

FEBRUAR 1976: Mein Götti schenkt mir zum Geburtstag ein Reitstunden-Abo. Ich mache einen Luftsprung vor Freude.

APRIL 1977: Wir ziehen von Langenthal nach Winterthur. Ich verliere buchstäblich die Orientierung – ich kenne mich mit den Himmelsrichtungen nicht mehr aus.

FEBRUAR 1987: Ich lerne Sophie in einem Jazzclub kennen.

NOVEMBER 1989: Ich besuche Sophie nach ihrer Operation im Spital. Sie ist ganz grün im Gesicht. Am Abend vorher ist die Mauer in Berlin gefallen.

JUNI 1992: Mir wird klar, dass es auch in der Philosophie Denkverbote gibt.

JANUAR 2001: Ich gebe am Flughafen mein Gepäck nach Amerika auf. Ich werde dort ein Jahr verbringen und fühle mich zum ersten Mal in meinem Leben erwachsen.

JANUAR 2005: Ich nehme all meinen Mut zusammen und kündige meine erste unbefristete Stelle, ohne etwas Neues in Aussicht zu haben.

AUGUST 2012: Das ist es also, wenn die Seele nicht mehr da ist, denke ich beim Anblick meines aufgebahrten Vaters.

22.11.2012